Neue INTERREG-Projekte in der Euregio Rhein-Waal

22-12/16


Der INTERREG-Lenkungsausschuss für das Gebiet der Euregio Rhein-Waal hat im Dezember sechs grenzüberschreitende INTERREG-Projekte auf dem Gebiet von Innovation, Kultur und Tourismus genehmigt.

 

Durch die neuen Initiativen fließen in den kommenden Jahren ca. 14 Millionen Euro in die Euregio Rhein-Waal. Diesen Betrag stellt die Europäische Union aus dem Programm INTERREG Deutschland-Nederland, Unterprogramm des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), zur Verfügung.

 

Museen übersetzen Geschichte der Region

Acht Museen in der Euregio Rhein-Waal (Archäologischer Park Xanten, Museum Kurhaus Kleve, Museum Schloß Moyland, Museum Goch, Nederlands Openluchtmuseum, Museum Arnhem, Geldersch Landschap en Kasteelen und Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944-1945,) erzählen anhand von verschiedenen grenzüberschreitenden Themen wie “Die Römer”, “Herzöge und Grafen” und “Zweiter Weltkrieg” die historische Geschichte unserer Grenzregion. Im Mittelpunkt stehen dabei innovative Konzepte wie Gamification, Geocaching, Augmented Reality und Storytelling. Diese modernen Anwendungen werden in Kooperation mit der Hochschule Rhein-Waal und der Hogeschool Arnhem en Nijmegen entwickelt und sollen vor allem junge Leute davon überzeugen, öfter ein Museum zu besuchen. Mit Apps mit durchlaufenden Erzähllinien in den verschiedenen Museen wird der Besucher animiert, mehrere Museen auf beiden Seiten der Grenze zu besuchen. Für die Werbung und das Marketing arbeitet der Leadpartner Stichting Erfgoed Nederland mit verschiedenen touristischen Organisationen in der Euregio Rhein-Waal, wie dem RBT KAN und Niederrhein Tourismus, zusammen.

 

Neue Route für Radfahrer

In der Euregio Rhein-Waal liegen drei Oranierstädte: ’s-Heerenberg, Kleve und Moers. Eine vierte Oranierstadt, Apeldoorn, grenzt direkt an die Euregio Rhein-Waal. Die Projektpartner unter Führung der Gemeinde Montferland wollen diese Städte mittels einer Themenfahrradroute miteinander verbinden. Die Route hat das Thema „Auf den Spuren der Oranier“ erhalten. Bei der Entwicklung der Fahrradroute werden insbesondere Kinder, bereits bestehende barrierefreie Radstreckenabschnitte und E-Bikeladestationen, beachtet, so dass die Route sowohl für Familien mit Kindern als auch für Ältere und Behinderte zugänglich ist. Im Rahmen des Projekts wird die Route eindeutig ausgeschildert und es wird neues Kartenmaterial erstellt. Auch werden in Kooperation mit Museen, Sehenswürdigkeiten, Hotels und Gaststätten verschiedene Arrangements zusammengestellt. Die Fahrradroute schließt an die Oranierroute, die die deutsche Zentrale für Tourismus in Amsterdam entwickelt hat, an.

 

Fahrerlose Fahrzeuge gehen über die Grenze

Selbstfahrenden Autos gehört die Zukunft. Die ersten Testmodelle fahren bereits und es werden immer mehr. Auch in der Euregio Rhein-Waal gibt es autonom fahrende Fahrzeuge. Im Rahmen des Projekts I-AT (Interregional automated transport) werden u.a. am Flughafen Weeze zwischen P2 und der Ankunft- und Abflughalle und in der Region Foodvalley zwischen Ede und Wageningen Tests mit automatischen Shuttlefahrzeugen (WEPods) stattfinden. Für die Shuttlefahrzeuge werden verschiedene neue Anwendungen entwickelt. Zugleich wird die bestehende Mess- und Sensortechnologie, die im Automatisierungs- und Logistiksektor genutzt wird, weiterentwickelt. Neu ist, dass auch grenzüberschreitende Routen getestet werden. Beispielsweise zwischen Vaals und Aachen oder Enschede und Gronau. Dafür ist es notwendig, dass die Fahrzeuge den technischen Vorschriften und den Gesetzen und Regeln in beiden Ländern genügen. Analyse und Abstimmung zwischen den Nachbarländern in Bezug auf die geltende Gesetzes- und Regelgebung ist dann auch ein wichtiger Teil des INTERREG-Projekts I-AT (Interregional automated transport). Das Projekt ist eine Initiative der Provinz Gelderland. Die Provinz Gelderland arbeitet zusammen mit drei Forschungseinrichtungen und 32 Betrieben aus Deutschland und den Niederlanden an dieser Transporttechnologie der Zukunft.

 

Unterstützung für KMU bei Digitalisierung

Nicht nur in unserem Alltag, sondern auch für Unternehmen spielt die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle. Es ist für Unternehmen, auch in KMU, wichtig, up to date zu bleiben und den neuesten Entwicklungen zu folgen. Es ist jedoch insbesondere für kleinere Betriebe nicht einfach, allen Entwicklungen zu folgen und anzuwenden. Es fehlt den Betrieben an Wissen, Zeit und Mitteln, die Möglichkeiten, die eine voranschreitende Digitalisierung von Betriebsprozessen bieten, optimal zu nutzen. Das INTERREG-Projekt DIGIPRO will Unternehmer bei ihrem Digitalisierungsprozess unterstützen. Leadpartner Oost NV bietet in Zusammenarbeit mit Stichting RCT Gelderland, der Niederheinischen Industrie- und Handelskammer, LIOF, dem Huis van de Brabantse Kempen und der Hochschule Niederrhein GEMIT KMUs Hilfe bei ihrer digitalen Transformation. Diese Hilfe wird in Form von Workshops, Produkt-, Prozess- und Businessmodellentwicklung, Coachings, Clustering mit anderen KMUs und Forschungseinrichtungen im Nachbarland und shared facilities angeboten. Die Projektpartner wollen durch Kooperation mit regionalen Entwicklungsgesellschaften und Intermediairen sowie Wirtschaftsförderungsgesellschaften 1600 Betriebe in der KMU unterstützen.

 

Grüne Energie für KMU

Sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden sind die Wohngebiete verantwortlich für 30 - 40 % des gesamten Energieverbrauchs dieser Länder. Durch die Realisierung verschiedener Innovationen und neuer technologischer Produkte will das INTERREG-Projekt Cleantech Energy Crossing einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele der Niederlande (-20 % CO2-Ausstoss bis 2020) und Nordrhein-Westfalens (-25 % CO2-Ausstoss bis 2020) leisten. Um zu einer Verminderung und einer Nachhaltigkeit des Energiebedarfs zu kommen, sind neue Technologien und Verbesserung bestehender Technologien auf dem Gebiet alternativer und dezentraler Energieerzeugung, -speicherung und –transport notwendig. Dort besteht die Möglichkeit für KMU, zu innovieren und so Chancen auf dem Markt zu ergreifen. Mit diesem Ziel vor Augen haben Stichting KIEMT und EnergieAgentur.NRW in einem Konsortium von mehr als 30 KMUs, übrigen Betrieben, Wissens- und Forschungseinrichtungen das Projekt Cleantech Energy Crossing entwickelt. Die Projektpartner arbeiten zusammen, um Produktinnovationen zu entwickeln und den Wissenstransfer von Wissenseinrichtungen zu KMU zu bewerkstelligen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf “sustainable heating & cooling”, “Batteries@home” und “micro-grid storage”. Für Produkte innerhalb dieser Sektoren besteht bereits eine nachdrückliche Nachfrage auf dem Markt, auch von Privatpersonen, die auf der Suche nach Produkten und Dienstleistungen sind, die zum Komfort und zur Energieersparnis  in den eigenen vier Wänden beitragen.

 

XTC-ID: eine vielseitige Alternative zum Barcode

Jeder kennt wohl den Strich- oder Barcode. Alle Produkte im Supermarkt haben so einen Code. Dieser Code ist nicht nur an der Kasse praktisch, sondern auch für die Lagerverwaltung. Ebenso werden Päckchen, die per Post versendet werden häufig mit einem Strichcode oder einem QR-Code versehen. Diese Codes können jedoch durch Regen, Transport usw. beschädigt werden. Ein sog. RFID-Transponder ist hierfür unempfindlich und wird daher auch immer häufiger im Logistiksektor eingesetzt. Die konventionelle Technologie ist für Temperaturen bis max. 125 °C geeignet, jedoch noch nicht für extreme Temperaturen oder schwere Umwelteinflüsse. So werden in der Verpackungsindustrie und der herstellenden Industrie insbesondere bei der Herstellung von Kunststoffen oft hohe Temperaturen erreicht. Die Projektpartner des Projekts XTC-ID (eXtreme Temperature RFID Transponder), ein Unternehmenskonsortium unter Führung der IMST GmbH aus Kamp-Lintfort und die Universität Twente entwickeln im Rahmen dieses INTERREG-Projekts einen RFID-Chip, der wesentlich vielseitiger eingesetzt werden kann und der gegen diese hohen Temperaturen resistent ist.

 


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