Note 1: Himmelhoch jauchzend in Deutschland – zu Tode betrübt in Holland

„Setzen, sechs!“ ist, um es besonders dramatisch auszudrücken, der Todesstoß für jeden Schüler. Ungenügend, eine schlechtere Leistung kann nicht erbracht werden. Wehe dem, der zuhause eine solche Note zur Unterschrift vorlegen muss – hoffentlich nur ein böser Ausrutscher.

 

Zumindest wenn es sich um einen Schüler aus Deutschland handelt. Zwar machen auch die Eltern in den Niederlanden eher keine Freudensprünge, wenn eine Arbeit des Sprösslings mit dieser Note bewertet wird, doch handelt es sich bei unseren Nachbarn wenigstens noch um ein ausreichendes Ergebnis. „Voldoende“ heißt es hier. Denn bei den Niederländern reicht die Beurteilungsskala von 1 „sehr schlecht“ bis 10 „ausgezeichnet“. Dabei gelten die Noten 1 bis 5 als ungenügend und 6 bis 10 als genügend.

 

Benotungen – ob in Schule oder Studium – habe ich glücklicherweise schon vor ein paar Jahren hinter mir gelassen. Trotzdem drehte sich das Gespräch in der Mittagspause letztens um das Thema. Und da ich in einem deutsch-niederländischen Team arbeite, ging es gleich auch wieder um die Unterschiede in den Nachbarländern. Kollegin Femke klärt uns auf, dass in den niederländischen Schulen nur die Leistung zählt, die im Rahmen einer Klassenarbeit abgeliefert wird.

 

„Die mündliche Mitarbeit spielt keine Rolle?“, frage ich ungläubig und wünsche mir insgeheim, dass es an meiner Schule genauso gewesen wäre. Habe ich doch immer viel zu lange über die richtige Antwort nachgegrübelt, in Gedanken hin und her formuliert, bis die Chance verstrichen war. Bestimmt würde aber auch der ein oder andere am niederländischen System verzweifeln. Denn vor allem in den „Laberfächern“ kann die Zeugnisnote durch aktive Unterrichtsbeteiligung einen positiven Schub erfahren.

 

Kennt ihr noch mehr Unterschiede im deutschen und niederländischen Notensystem? Dann schreibt sie unter das Posting zu diesem Blogbeitrag auf https://www.facebook.com/kennedeineburen/.

 

Carina