Alle Jecken sind gleich – oder doch nicht?

Es ist wieder soweit: „De eflde van de elfde“, der 11.11., wurde gestern groß gefeiert. Die Narren haben die fünfte Jahreszeit, den Karneval, eingeläutet. In Deutschland gelten vor allem die rheinischen Städte Düsseldorf und Köln als Hochburgen der Jecken. Doch auch weiter im Westen, in den Niederlanden, haben die tollen Tage eine lange Tradition. Es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber auch einige Unterschiede zwischen beiden Ländern.

 

Auffallend ist, dass Karneval vor allem im Süden der Niederlande weit verbreitet ist. In den Provinzen Limburg und Nordbrabant, Teilen von Zeeland und dem südlichen Gelderland herrscht zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch ein buntes Treiben. Auch in machen Orten der Achterhoek und der Provinzen Friesland und Utrecht schwingen an den Tagen Tollitäten das Zepter.

In den Niederlanden gibt es jedoch zwei Arten von Karneval: den Bourgondischen Karneval und den Rheinischen Karneval. Ersterer zeichnet sich durch schlichtere Kostüme und eine größere Einheitlichkeit der Teilnehmer aus. Zudem findet er mit Ausnahme der Umzüge meist in geschlossenen Festsälen statt. Der Rheinische Karneval, dessen Epizentrum Limburg ist, ähnelt hingegen mehr dem Karneval, wie wir ihn in Deutschland kennen. Hier dreht sich alles um den Straßenkarneval, zu dem traditionelle limburgische Musik, aber auch deutsche Karnevals- und Schlagermusik gespielt wird. Außerdem sind die Kostüme vielfältiger und bunter – ganz wie bei uns.

 

Vornehme Zurückhaltung

Doch auch zwischen Limburg und Deutschland gibt es Unterschiede: Während diesseits der Grenze Unmengen an Kamelle, Blumen und anderen Artikeln von den Karnevalwagen in die feiernde Menge geworfen werden, halten sich die Niederlande vornehm zurück. Etwas, das ich auch selbst schon häufig beobachtet habe. Denn auch auf den niederrheinischen Umzügen, an denen oftmals niederländische Wagen teilnehmen, ist es eher die Ausnahme, dass unsere westlichen Nachbarn Wurfmaterial an die Jecken entlang der Straßen verteilen.

 

Das Tanzbein schwingen und feiern können sie jedoch mindestens so gut wie ihre deutschen Freunde. Und darauf kommt es doch schließlich beim Karneval an, oder?

 

Julian