Motivation zu mehr Klimaschutz

„Unsere Generation verbringt noch sehr viel Zeit auf der Erde, daher sollte es für uns selbstverständlich sein, nachhaltig zu leben“, sagt Fynn. Der 16-Jährige ist Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums in Kevelaer und setzt sich derzeit intensiv mit der Frage auseinander, wie wir umweltbewusster leben können. Der Grund dafür: Er nimmt mit seinem Niederländisch-Kurs am euregionalen Schulwettbewerb der Euregio Rhein-Waal teil, der in diesem Jahr das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt rückt. Im Gespräch mit uns verraten er und seine Mitschülerinnen Anna, Annika und Marie unter anderem, warum sie sich zur Teilnahme entschlossen haben und wie ihr Wettbewerbsbeitrag aussehen wird.

 

Doppelt hält besser: Getreu diesem Motto haben zwei Niederländisch-Kurse des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums in Kevelaer unter Leitung ihrer Lehrerinnen Nicole Lücke und Monika Janßen ihre Kreativität und ihr Wissen gebündelt. Gemeinsam haben sie ihren Beitrag für den euregionalen Schulwettbewerb erarbeitet. In Zeiten von Homeschooling war es für die Lehrerinnen gar nicht so einfach, 44 Schülerinnen und Schüler unter einen Hut zu bekommen. Dennoch waren sich alle schnell einig, den Beitrag in Form eines Kurzfilms einreichen zu wollen. „Sie haben zunächst gemeinsam ein Konzept für ihren Beitrag erstellt, und anschließend in Zweier- und Dreiergruppen weitergearbeitet“, so Janßen. In der finalen Phase waren sie dann wieder in der Schule, das habe Vieles vereinfacht.

 „Jede Gruppe hat einen bestimmten Aspekt wie z.B. Verkehr, Urlaubsreisen oder Lebensmittel behandelt und ihn in einer Filmsequenz festgehalten. Am Ende haben wir alle Sequenzen zu einem Film zusammengeschnitten“, erklärt Anna. Ihre Mitschülerin Marie ergänzt: „Mit dem Videobeitrag möchten wir erreichen, dass sich andere Schülerinnen und Schüler ebenfalls mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen und sie dazu motivieren, mehr für den Klimaschutz zu tun.“

 

Zu hoher Kohlenstoffdioxidausstoß

Was aber war die Motivation der Oberstufenschülerinnen und -schüler des Kevelaerer Gymnasiums? Als ihre Lehrerinnen Nicole Lücke und Monika Janßen ihren Kursen den Vorschlag machten, am euregionalen Schulwettbewerb teilzunehmen, waren sie gleich Feuer und Flamme. „Wir stellen uns gerne neuen Herausforderungen“, schildert Annika. „Und in diesem Fall ist es sogar ein Thema, dass uns persönlich sehr stark betrifft. Denn wenn wir nicht jetzt beginnen, nachhaltiger zu leben, wird der Klimawandel riesige Auswirkungen auf unser Leben haben. Daher war für uns schnell klar, dass wir einen Beitrag zum Wettbewerb leisten möchten.“ Auch aus Sicht von Nicole Lücke und Monika Janßen war die Teilnahme ein sinnvoller Baustein des Niederländisch-Unterrichts. Vor allem, weil dieses aktuelle Thema auch Teil des Lehrplans ist.

Um ein Gefühl für die Fragestellung des Wettbewerbs und die Situation im Nachbarland zu bekommen, haben beide Kurse zunächst an vier digitalen Workshops teilgenommen, die die niederländische Meteorologin Margot Ribberink mit dem Museum „De Bastei“ und dem Netzwerk der Grün-Blauen Rhein-Allianz durchgeführt hat. Die Erwartungen der beiden Lehrerinnen wurden erfüllt: „Die Aufbereitung war nah an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet, sie haben konkrete Anregungen für ihren Alltag erhalten.“

Aus den Workshops, so sind sich auch Anna, Annika, Marie und Fynn einig, haben sie viele Informationen für ihren Beitrag, aber auch für sich selbst ziehen können. „Wir haben Dinge gelernt, die wir vorher nicht wussten – beispielsweise, wie groß unser ökologischer Fußabdruck ist, wie verschwenderisch und unverantwortlich wir mit der Natur umgehen und welchen Raubbau wir an ihr betreiben“, so Fynn. „Wir entnehmen der Erde Rohstoffe, die wir ihr eigentlich gar nicht entnehmen dürften.“ Besonders vom Resultat des den ökologischen Fußabdrucktests war Marie beeindruckt, der ihren ersten Eindruck bestätigt hat: „Er hat uns noch einmal vor Augen geführt, dass jeder von uns viel zu viel Kohlenstoffdioxid verursacht.“

 

Nachhaltigkeit im Alltag

Für ihren Wettbewerbsbeitrag konnten sie aus den Workshops und dem Fußabdrucktest konkrete Tipps und Handlungsempfehlungen für niederländische Schülerinnen und Schüler ableiten. „Wir haben beispielsweise gesehen, dass der Fleischkonsum der Niederländer zwar, wie auch der der Deutschen, rückläufig, aber immer noch zu hoch ist“, erläutert Anna. In dem Video haben sie versucht, nicht nur aufzuzählen, was die Niederländer verbessern sollten, sondern vor allem auch, wie sie es machen könnten.

Sie geben zu, sich zuvor nur oberflächlich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt zu haben. „Wir wussten, dass wir mehr machen müssen“, gesteht Annika, „aber es ist nicht so leicht, es im Alltag dann auch tatsächlich umzusetzen.“ Anna berichtet, dass sie seit Beginn des Wettbewerbs ihren Fleischkonsum deutlich reduziert hat. Bereuen tut sie es nicht – im Gegenteil: „Es ist keine große Entbehrung für mich, ich vermisse Fleisch überhaupt nicht.“ In der Zwischenzeit konnte sie sogar ihre kleinen Brüder dafür begeistern, es ihr gleichzutun.

 

Niederländisch öffnet viele Türen

Seit rund anderthalb Jahren lernen die beiden Kurse am Kardinal-von-Galen-Gymnasium nun Niederländisch. Eine logische Wahl aus ihrer Sicht. Schließlich leben sie in direkter Grenznähe. „Häufig fährt man zum Einkaufen oder Urlaub machen in die Niederlande. Da ist es vorteilhaft, wenn man auch die Sprache spricht. Und auch im Berufsleben kann Niederländisch eine nützliche Fähigkeit sein“, ist sich Annika sicher. Ihre Lehrerin Nicole Lücke schätzt es genauso ein: „Man kann seine Nachbarn besser kennenlernen – nicht nur in Bezug auf die Sprache, sondern auch hinsichtlich kultureller Gegebenheiten. Damit ergibt sich für unsere Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, im Nachbarland zu studieren und zu arbeiten.“