Euregio-Vorstand genehmigt fünf neue Projekte

17-08/20


Der Vorstand der Euregio Rhein-Waal hat diesen Sommer fünf neue People to People Projekte genehmigt.

 

Sicher durch die Corona-Krise

Die anhaltende Corona-Krise stellt die Sicherheitskräfte entlang der deutsch-niederländischen Grenze vor besondere Herausforderungen: Feuerwehr und Katastrophenschutz, medizinische Einrichtungen und Polizei müssen auch und gerade in dieser Zeit zuverlässig und koordiniert zusammenarbeiten. Was unter normalen Bedingungen gut und bewährt funktioniert, wird in der aktuellen Situation zu einer besonderen Herausforderung für alle beteiligten Institutionen der „Veiligheidsregios“ in Limburg und Gelderland sowie ihrer Partner im Kreis Kleve und Viersen. Gleichzeitig möchte und muss sich die Bevölkerung darauf verlassen können, dass auch während der Corona-Krise die Zusammenarbeit sicher funktioniert.

STUDIO 47 aus Duisburg und mind4share aus Arcen haben deshalb die Initiative für eine Serie von Fernsehreportagen mit dem Thema „Sicher durch die Corona-Krise“ ergriffen. Die Serie von vier Fernsehreportagen spielt auf beiden Seiten der deutsch-niederländischen Grenze in der Euregio Rhein-Waal und Euregio Rhein-Maas-Nord. In jeder Folge wird ein Einsatzgebiet und/oder ein Aspekt der Zusammenarbeit der „Veiligheidsregio“ und den Partnerorganisationen im Kreis Kleve und Viersen porträtiert. Die alltägliche Arbeit steht dabei ebenso im Fokus wie der Umgang mit Sondersituationen oder Gefahrenlagen. In Interviews mit den Akteuren wird zudem über die besonderen Herausforderungen der Kooperation während der Corona-Krise gesprochen.

 

Wo ist die Grenze?

Das Projekt zielt darauf ab, die Erfolge der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit direktem Einfluss auf das tägliche Leben der Bevölkerung in der Grenzregion wie auch die noch immer bestehenden Hemmnisse mit Hilfe fotographischer Kunstwerke zu visualisieren und die Geschichten und Hintergründe hierzu aufzubereiten und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Dabei hat das Projekt “Waar is de Grens? / Wo ist die Grenze?” die historische und aktuelle Situation der Grenzregion im Blick.  Für die Ausstellung werden deutsche und niederländische Kunstfotografen gebeten, das Thema “Leben und Zusammenarbeit in der Grenzregion” in der Vergangenheit und Gegenwart künstlerisch und fotografisch aufzugreifen. Die entstandenen Kunstwerke werden anschließend in Museen, Behörden, grenzüberschreitenden Einrichtungen und anderen öffentlich zugänglichen Gebäuden in der Grenzregion und darüber hinaus ausgestellt. Auftakt der Wanderausstellung soll die Grenzlandkonferenz am 02.12.2020 in Duisburg sein (voraussichtliche Planung). Durchgeführt wird das Projekt von der Provinz Limburg mit Sitz in Maastricht, der Provinz Gelderland mit Sitz in Arnheim, der Provinz Overijssel mit Sitz in Zwolle, LVR-Niederrheinmuseum Wesel, sowie dem LWL-Industriemuseum aus Bocholt.

 

Nachbarschaftsbutton für Ältere

Alleine in Deutschland leben mehr als fünf Millionen Personen über 65 Jahre allein in einem Haushalt, viele davon ohne häusliche Möglichkeiten der Anbindung an das Internet. In den Niederlanden sind es ca. 5% der Gesamtbevölkerung, d.h. 1,6 Millionen. Alle verfügbaren Statistiken zeigen, dass diese Altersgruppe in Deutschland und in den Niederlanden deutlich wachsen wird, zudem sind Betreuungs- und Pflegekräfte nur begrenzt verfügbar. Eine technische Unterstützung durch Angehörige und aus der Nachbarschaft ist daher willkommen und trägt auch dem wachsenden Bedarf nach vielfältiger Unterstützung Rechnung. In Deutschland und auch in den Niederlanden haben einige der älteren Personen einen sogenannten Hausnotruf, der in empfundenen Notsituationen helfen soll. In den weitaus häufigeren Fällen besteht ein Bedarf an typischer Unterstützung (nicht abgedeckt durch den Hausnotruf), wie z. B: bei alltäglicher Unterstützung bei Besorgungen, bei Arztterminen, bei Einkäufen etc. Besonders in Zeiten wie der Corona Pandemie besteht ein erheblicher Bedarf an menschlicher Unterstützung bei diesen Personen. Diesem Bedarf an Unterstützung wollen die Initiatoren ISIS GmbH aus Wesel und TENEO BV aus Winterswijk in Pilotprojekten mit einem sogenannten „Nachbarschaftsbutton“ begegnen. Die Pilotprojekte sollen am Niederrhein und in der Euregio-Region der Niederlande mit Partnern aus Wirtschaft und nichtwirtschaftlichen Organisationen (Kommunen, Kirche, Verbänden etc.) durchgeführt werden und sollen zum einen die technische Machbarkeit als auch (ggf. separat) die Akzeptanz und die Einfachheit der Bedienung überprüfen und ausbauen. Ziel auf lange Sicht ist es, das Projekt auf das Arbeitsgebiet der Euregio Rhein-Waal auszudehnen.

 

Postoperative Schmerztherapie

Patienten, die sich einer Operation am Knie, z.B. zum Kniegelenkersatz, unterzogen haben, spüren fast immer anhaltende und starke Schmerzen in diesem Gelenk. Schmerztherapie ist daher für eine gute Genesung absolut notwendig. Es gibt mittlerweile zahlreiche Schmerzmittel, die von oralen Medikamenten bis hin zu Injektionen reichen. Alle haben jedoch die notwendigen Nachteile. Orale Medikamente wirken lokal unzureichend und Injektionen sind lästig und umständlich. Die Partner BioMed Elements BV (Lead Partner) und BiZMed Solutions BV aus Nijmegen und OxProtect GmbH aus Münster untersuchen im Rahmen des Projektes, ob es technisch und kommerziell machbar ist, ein Schmerzmittel einmalig zu verabreichen, das lokal (um das Knie herum) und über lange Zeit wirkt. Ziel ist letztlich ein Proof-of-Concept für ein Biopolymer-Gel, das während der Operation rundum das Kniegelenk eingebracht wird und über einen längeren Zeitraum dosiert Schmerzmittel abgibt. Der große Vorteil besteht darin, dass die Schmerzmedikation nur einmal verabreicht wird und durch die kontrollierte Freisetzung eine kontinuierliche Schmerzkontrolle an der Stelle, wo der Schmerz tatsächlich auftritt (Kniegelenk) erreicht wird.
 

Sicherer Umgang mit Chromaten

Ziel der Partner Energie- und Umwelttechnik e.V. (IUTA) aus Duisburg, Stichting Innova.TION aus Nieuwegein und Technoplating BV aus Nijkerk ist die technische Erprobung der Machbarkeit und der Wissenstransfer zu einem innovativen Verfahren zur kontinuierlichen Überwachung von Chemikalienkonzentrationen in der Arbeitsumgebung und in der nach außen emittierten Abluft von Betrieben der industriellen Oberflächentechnik. Mit dem Verfahren soll eine sichere Detektion von Aerosolen in der Abluft der Prozessanlagen möglich sein, insbesondere mit quantitativer Bestimmung der Massenkonzentration gesundheitsgefährdender Chemikalien wie z.B. Chromat-haltige Aerosole. Das Verfahren ist grundsätzlich zur Detektion einer Vielzahl von Aerosolen einsetzbar. Damit sollen die Prozessanlagen erstmals mit einer sicheren Online-Überwachung zur Einhaltung der vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte und der Grenzwerte für die Mitarbeiter-Exposition ausgerüstet werden können. Durch die Zusammenarbeit sollen komplementäre technologische Kompetenzen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Risikomanagement genutzt und gemeinsame Entwicklungen zur Erfüllung gesetzlicher Auflagen durchgeführt werden.

 

Die Euregio Rhein-Waal unterstützt diese Projekte im Rahmen von „People to People“ mit Mitteln in Höhe von max. 25.000,00 € aus dem EU-Programm INTERREG Deutschland-Nederland. Weitere Informationen zu People to People finden Sie hier und in unserer neuen Broschüre.


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